"Schmutzige" Rohstoffe für E-Auto-Batterien?

Die Rohstoffe Kobalt und Lithium sind für die Herstellung von Akkus für Elektro-Autos derzeit noch unverzichtbar. Zwar werden sie nicht nur für E-Autos benötigt, doch wird ihre Förderung im Zusammenhang mit der Verkehrs- und Energiewende besonders vehement diskutiert. Woher kommen die Rohstoffe, warum ist ihre Gewinnung problematisch und an welchen Alternativen wird geforscht? Es ist spannend, auf diese Thematik mal einen genaueren Blick zu werfen.

Das Problem mit dem Grundwasser: Lithium als Rohstoff für E-Auto-Batterien
Lithium wird aus Lithium-Karbonat gewonnen, das sich in Salz- oder Erdkrusten abgelagert hat. Zu den bekanntesten Regionen, in denen Lithium ursprünglich abgebaut wurde, gehören die chilenischen Hochebenen. Zwar befindet sich das Lithium selbst in ausgetrockneten Salzseen, die für die dort lebende indigene Bevölkerung keinen Nutzen haben, doch wird zu seiner Gewinnung viel Süßwasser benötigt, was mit der Absenkung des Grundwassers einhergeht.

Um diese Problematik zu vermeiden, wird Lithium nun vermehrt über den australischen Bergbau gewonnen. Als Alternative wird zudem die Verwendung von Natrium diskutiert. Theoretisch lassen sich damit bereits Akkus für Elektroautos herstellen, allerdings mit deutlichen Abstrichen bei der Kapazität.

 

Kinderarbeit und Schutzgelderpressung: Schmutziges Kobalt aus dem Kongo?
Kobalt, das als Träger für Lithiumionen benötigt wird, ist ebenfalls in der Kritik. Dabei handelt es sich genau genommen allerdings um Kobalt, das aus einzelnen Minen im Kongo stammt, in denen die Arbeiter – und hierunter häufig Kinder – ohne Schutzausrüstung und zu Minimallöhnen Kobalt-Erze abbauen. Ein weiteres Problem: kriminelle Banden, die den Beschäftigten einen Teil ihres Lohns als „Schutzgeld“ abnehmen.

Die Regel ist das allerdings nicht, denn ein Großteil des Kobalts wird auch im Kongo in industriellen Mienen gefördert, die internationalen Standards entsprechen. Als alternativer Handelspartner bietet sich zudem auch in der Kobaltgewinnung Australien an.

Darüber hinaus ist die Hoffnung groß, dass Kobalt für Lithium-Akkus zukünftig durch Eisenphosphat ersetzt werden kann.

cover eauto

cover eauto