Erhöhte Brandgefahr durch Photovoltaikanlagen?

Wer der Sonne zu nah kommt, der begibt sich in Gefahr – so erzählt es die alte griechische Ikarus-Sage. Geht es um die Brandgefahr durch Solarenergie, hat man fast den Eindruck, dass die Warnung in vielen Menschen noch nachhallt. Denn tatsächlich ist die Gefahr, dass Ihr Haus durch das Anzünden der Kerzen auf dem Adventskranz oder am Tannenbaum Feuer fängt, um ein Vielfaches höher als das Risiko, dass eine Solaranlage Feuer fangen könnte. Und trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, das Tannengrün für die zahlreichen Brände in der Weihnachtszeit verantwortlich zu machen.

Gleiches sollte für die Solaranlage auf dem Dach gelten. Für sich genommen stellt keine Photovoltaikanlage ein erhöhtes Risiko dar. Eine ernsthafte Brandgefahr besteht nur dann, wenn die Installation unsachgemäß erfolgte oder Abstriche bei der Qualität hingenommen wurden.

 

Nicht die Solaranlagen sind das Risiko, sondern Planungs-, Ausführungs- oder Materialfehler

So sind es den Experten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zufolge auch nicht die Solarmodule, die an erster Stelle zu nennen wären, wird ein Brand durch Photovoltaik ausgelöst. In der Regel resultieren solche seltenen Brände aus Installations- und Planungsfehlern oder aus Produktmängeln. Dazu gehörte bei den 210 Bränden, die in einem Zeitraum von vier Jahren durch die Experten untersucht wurden, in erster Linie die fehlerhafte Installation von Wechselrichtern und DC-Steckern. Fehlerhafte Module oder beschädigte Panels konnten ebenfalls als Brandursache benannt werden.

 

Blitzeinschläge sind häufiger als Brände durch Photovoltaikanlagen und bleiben dennoch die Ausnahme

Insgesamt beläuft sich die Zahl der Brände, die durch Solaranlagen ausgelöst werden, jedoch auf gerade mal 0,014% aller Brandursachen. Damit ist die Gefahr sogar noch geringer als das Risiko, das von einem Gewitter ausgeht. Und in mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle blieb der Brand auf die Solaranlage beschränkt, griff also nicht auf das Dach oder den Rest des Hauses über.

Handelt es sich um einen Wohnungsbrand, ist es zudem unerheblich, ob sich auf dem Dach eine Solaranlage befindet oder nicht, da diese von dem Brand nicht unmittelbar betroffen ist.

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