Elektroheizungen

Heizen mit Photovoltaik

„Wer mit Strom heizt, ist dämlich.“ Diese einfache wie auch kurze Erkenntnis unseres alten Installateurs gilt so natürlich nicht mehr, wenn wir erst einmal eine Solaranlage auf dem Dach haben.

Denn es lohnt sich kaum noch, selbst produzierten Strom ins Netz einzuspeisen. Stattdessen macht es mehr Sinn, diesen Strom im eigenen Haus „irgendwie“ zu verwenden, und wenn es für eine Infrarot- oder Elektroheizung ist. Unser Ferienhaus mit den Solardachziegeln besitzt keinen Gasanschluss, hier wurde vor unserer Renovierung mit Nachtspeicheröfen eine wohlige Wärme erzeugt. Doch solche asbestbelasteten Monster sind heutzutage weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll.
Nach der Renovierung haben wir drei Infrarotheizungen der österreichischen Firma Etherma (jeweils 1000 Watt stark) installiert, die das alte Haus zwar angenehm temperieren, aber nicht wirklich warm machen können, wenn im Winter der Nordseesturm gegen die Fenster tobt. Für solche Fälle ist unser Kamin noch immer unerlässlich.

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Das Wohnzimmer unseres Ferienhauses, auf der rechten Seite sieht man eine der beiden 1000 Watt-Elektroheizungen des Erdgeschosses.

Die Auswahl der Leistung einer Infrarotheizung richtet sich übrigens nach dem Haustyp. Als Richtwert gibt Etherma beispielsweise an:

20-45 W/m² für Niedrigenergie und Passivhaus
50-70 W/m² für gut isolierten Wohnraum
75-95 W/m² für mittelmäßig isolierten Wohnraum
100-120 W/m² für schlecht isolierten Wohnraum

Infrarotheizungen sind nicht so kräftig wie Nachtspeichergeräte. Unser Ferienhaus von 1969 ist aber natürlich ein besonders „schwieriger“ Fall.

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Mittels des Empfängers können die Heizungen ferngesteuert werden.

Interessant fanden wir daher die Möglichkeit, die Infrarotheizungen fernzusteuern. Insbesondere im Herbst und Winter war es oft so, dass das Reinigungspersonal nach Verlassen des Hauses aus gutgemeinter Fürsorglichkeit die Thermostate hoch aufgedreht hat. Nur leider ist es eine ganz schöne Energieverschwendung, wenn das Ferienhaus anschließend mehrere Wochen leer steht. Und nur um die Heizungen herunterzudrehen, lohnt es sich auch für uns nicht, extra nach Föhr zu fahren.

Es blieb uns dann nichts weiter übrig, als irgendwelche guten Geister zu bitten, im Haus die Thermostate wieder niedriger zu stellen. Machbar, aber lästig.

Unser Elektriker brachte uns dann auf die Idee, die Heizungen fernsteuerbar zu machen. Wir benötigten dafür Funk-Thermostaten von X3D sowie die Smart Home Box 1.0 von Tydom. Die Empfänger an den Heizungen kommen von dem deutschen Hersteller AeroFlow und heißen FlexiComfort.

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Die App von Tydom steuert die Heizungen. Das Menü ist wunderbar übersichtlich.

Nun bestand die Herausforderung darin, die österreichischen Infrarotheizungen von Etherma mit den deutschen Steuerelementen von AeroFlow zu verbinden, aber als dies geschafft war, konnten wir uns endlich entspannt zurücklehnen. Nun steuern wir mit drei Empfängern vier verschiedene Heizungen und haben somit die volle Kontrolle über die Wärmeversorgung unseres Ferienhauses.

 

Neben der Infrarotheizung gibt es auch die sogenannte Konvektions-Elektroheizung.
Doch was ist der Unterschied?

Infrarotheizungen sind natürlich auch Elektroheizungen. Sie nutzen das System der natürlichen Wärmestrahlung, d.h. Gegenstände und Wände im Raum werden erwärmt, wohingegen bei einer klassischen Elektroheizung hauptsächlich die Luft erwärmt wird, die dann in den Raum gegeben wird.

Wenn man nun die verschiedenen Hersteller fragt, ist natürlich das jeweils selbst produzierte System das überlegene.

Infrarotheizungen sollen den Vorteil haben, „direkter“ zu heizen. Bei konventionellen Elektroheizungen gibt es Wärme- und damit Stromverluste, weil sich die warme Luft bereits wieder abkühlt, wenn sie in dem Raum verteilt wird.

Konvektionsheizungen auf der anderen Seite besitzen oftmals ein eingebautes Speichermedium in Form eines Schamottesteines, ähnlich wie bei einem Kamin, welches auch noch Wärme absondert, wenn die Heizung an sich gerade im Offlinemodus ist. Insofern kühlen diese Heizungen nicht so schnell herunter wie Infrarotheizungen.
Außerdem sorgt die oftmals gerippte Oberfläche für eine intensivere Strahlungswärmeabgabe, als eine flache Oberfläche.

Ob dies aber alles einen zählbaren Faktor ausmacht, ist für den Laien (also für mich) schwer zu beurteilen.

Da hilft nur testen. Nachdem in unserem Ferienhaus Infrarotheizkörper zum Einsatz kommen, wird zum Herbst 2021 in einem Kellerraum unseres Wohnhauses eine Konvektions-Elektroheizung mit Speichermedium Einzug halten.
Fortsetzung folgt also.