Solardachziegel

Vorüberlegungen

2019 verabschiedete sich so langsam das knapp 50 Jahre alte Dach unseres Ferienhauses auf Föhr. Die ersten Ziegel wurden locker, es tröpfelte durch. Da in dem Haus auch die Heizung mit Strom betrieben wird, stand für uns schnell fest, dass eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach muss.

Das Haus ist nicht besonders groß, die Wohnfläche im Erd- und Dachgeschoss beträgt insgesamt 68qm, die Grundfläche beträgt ca. 43qm. Zu allem Überfluss kommt hinzu, dass die Dachform ein Walmdach ist, alle vier Dachflächen sind geneigt. Das ist alles andere als ideal für PV-Module. Große Panoramafenster unterteilen die Dachflächen in noch kleinere Einheiten.

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Das ursprüngliche Dach: Klein, aber nur mit zwei einfachen Fenstern versehen.

Schnell zog Ernüchterung bei uns ein, als wir mehrere Angebote für PV-Anlagen einholten und dabei feststellten, dass wir nur eine sehr geringe Anzahl an Modulen auf das Dach bekommen würden.
Dabei ist eigentlich genug Platz auf dem Dach vorhanden, man müsste nur jeden Winkel geschickt nutzen.

Das war der Moment, in dem wir uns zum ersten Mal mit dem Thema „Solardachziegel“ beschäftigten.

Solardachziegel oder Solardachpfannen sind Photovoltaikmodule in Form von Dachziegeln oder Dachpfannen. Das heißt, diese Solardachziegel werden anstelle herkömmlicher Ziegel zur Deckung des Daches verwendet. Im Internet wird oft vor dem hohen Aufwand und den hohen Kosten gewarnt.

Solarziegel lassen sich zwar ebenso wie konventionelle Dachziegel verlegen, doch müssten sie von einem Fachmann Stück für Stück miteinander verkabelt werden, eine ungeheuer zeitaufwändig und kostenintensive Geschichte. Außerdem dürfte man die Störanfälligkeit der einzelnen Steckverbindungen nicht unterschätzen. Und die Fehlersuche würde auf alle Fälle teuer werden.

Viele Ratgeber kommen zu dem ernüchternden Schluss:
Der einzige echte Vorteil ist lediglich die Optik. Wenn das Aussehen die Wirtschaftlichkeit schlägt, dann kommen Solarziegel zum Einsatz.
Eventuell auch in denkmalgeschützten Gebäuden.

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Auf beiden Seiten haben wir große Doppelfenster eingebaut. Für Solarmodule ist kaum noch Platz übrig.

Das fand ich damals schon zu kurz gedacht.
Unser Ferienhaus ist nichts Besonderes, ein typischer Bau der späten 1960er Jahre, die Optik des Daches war und ist mir letztendlich so egal wie die verschiedenen Gesteinsformen auf dem Mars.
Was mir wirklich wichtig ist: Dass möglichst viel Solarleistung auf die kleine Fläche kommt und tatsächlich jeder Winkel optimal ausgenutzt wird.

Und Solardachziegel versprechen genau dies. Auch die ungünstigsten Bereiche können mit Solarziegeln gedeckt werden und produzieren damit wunderbaren Strom.
Und darum geht es doch in erster Linie.

Ganz ausschließen wollten wir von Anfang an aber auch sogenannte Indach-Photovoltaik-Anlagen nicht. Diese werden ebenfalls anstelle von Dachziegeln verbaut und dichten das Dach ab. Sie sind allerdings großflächiger als Dachziegel und dementsprechend weniger flexibel.